Hygiene schützt dich! Auch auf deiner Yogamatte.

Hygiene schützt dich! Auch auf deiner Yogamatte.

Was ist gesund - und was macht krank? Plötzlich müssen wir feiner differenzieren.

Achtung, Phrase: Yoga ist gut für deine Gesundheit! Und jetzt nochmal im Ernst: Körperhaltung, Beweglichkeit, Immunsystem, hormonelles Gleichgewicht, mentale Ausgeglichenheit - jeder der regelmäßig seine Matte ausrollt weiß, wieviel in diesem vermeintlich abgedroschenen Satz wirklich drinsteckt. Nach dem Yoga am Morgen fühlt sich der ganze Tag so viel leichter an, hat meine Freundin Anja es mal sehr treffend formuliert. Und wenn die Gesundheit von außen bedroht ist, zum Beispiel durch einen Krankheitserreger wie das neuartige Corona-Virus? Wie kann Yoga dann trotzdem noch seine positive Wirkung entfalten?

Der Schlüssel auf dem Weg ins Yogaglück ist, kurz gesagt: Einatmen. Ausatmen. Repeat. Und jetzt kommt da also diese Lungenkrankheit, die uns alle dazu bringt, Worte wie „Aerosol“ zu googlen, im Bus unwillkürlich flach zu atmen und den Supermarkt nur noch mit Mundschutz zu betreten. Und wehe, einer hustet!

Yoga in geschlossenen Räumen, Matte neben Matte, ist damit erstmal passé. Stattdessen Rückzug in die eigenen vier Wände, und wir stellen fest: morgens gleich wenige Meter neben dem Bett mit dem Sonnengruß zu starten ist vielleicht das Beste, was uns je passieren konnte. Onlineplattformen wie NamastayTogether unterstützen uns dabei, so eine regelmäßige Routine zu finden, den Tagesablauf zu strukturieren, möglicherweise fitter zu sein als je zu vor und uns ganz nebenbei auch noch neu miteinander zu verbinden. Gerade in Zeiten von Social Distancing bekommt das Gefühl von Gemeinsamkeit und der Fakt der Vernetzung plötzlich eine viel größere Bedeutung. Und das ganz ohne Ansteckungsgefahr. Oder?


Hygienelevel: 1000

Damit es mit der Gesundheit auch wirklich klappt, ist auch in der Homepractice ein Mindestmaß an Hygiene nötig. Stichwort Yogamatte! In unbeschwerteren Zeiten benetzen wir sie nach dem Savasana im Yogastudio mit wohlduftenden Sprays, wischen einmal tiefenentspannt bis nachlässig drüber, und mit einem Hauch von Lavendelduft verschwindet sie bis zur nächsten Yogastunde im Regal. Aber wie macht man das zu Hause - und was, wenn man doch nicht zu 200% ausschließen kann, dass dort doch eine Ansteckungsgefahr besteht?


Was kannst du tun? 

Das Virus ist so neu, dass viele Fragen erst noch geklärt werden müssen. Auch das was Experten bisher annehmen ist oft noch nicht abschließend verifiziert. Deshalb ist es an dir, so vorsichtig und umsichtig wie möglich mit der Situation umzugehen. Bisher gehen Forscher davon aus: Das Virus überträgt sich über Speicheltröpfchen, die Infizierte ausatmen. Diese Tröpfchen schweben einige Minuten in der Luft und sinken zu Boden. Wie lange sie dann noch ansteckend bleiben, wenn sie zum Beispiel auf deiner Yogamatte landen, darüber gibt es im Moment nur erste Annahmen (zum Beispiel aus dieser US-Studie). Wichtig ist deshalb: Wenn du dich schützen willst solltest du deine Yogamatte nicht mit anderen teilen, sondern immer nur deine eigene Matte benutzen und sie an einem geschützten Ort aufbewahren. Außerdem solltest du auch zu Hause nicht in engen geschlossenen Räumen mit anderen Menschen gemeinsam üben. Denn wer infiziert ist, weiß das am Anfang in der Regel selbst nicht, kann die Krankheit aber bereits auf weitere Menschen übertragen. Die Behörden haben Yogastudios derzeit genau aus diesem Grund geschlossen. Damit du dich auch zu Hause nicht ansteckst, solltest du auch zu WG-Partnern und Familienmitgliedern mit deiner Matte entsprechend auf Abstand gehen. Wenn du unsicher bist ob deine Unterlage trotzdem eine gründliche Reinigung braucht, hast du verschiedene Möglichkeiten.


Macht desinfizieren Sinn?

Desinfektionsmittel sind derzeit kaum erhältlich und werden dringend in Krankenhäusern und Altenheimen gebraucht. Bei den meisten Yogamatten greifen sie außerdem die Oberfläche an und können sie beschädigen. Deine Matte damit zu reinigen ist also theoretisch denkbar, aber unter den derzeitigen Umständen nicht wirklich sinnvoll.


Wasser und Seife sind eine Option 

Seife ist dagegen super geeignet um das Virus unschädlich zu machen - das gilt auch für die Reinigung von Yogamatten, sagt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Denn das neuartige Coronavirus ist ein sogenanntes behülltes Virus. Vereinfacht gesagt: Es hat eine Schutzhülle, die Fett enthält. Die Seife löst dieses Fett und das Virus wird zerstört. Im Interview hat die Pressestelle mir bestätigt, dass es da keinen Unterschied macht ob du deine Hände oder deine Yogamatte reinigen willst - Seife ist derzeit eines der zuverlässigsten Mittel gegen eine Ansteckung.


Check das Material deiner Matte

Auch die Hersteller verschiedener Yogamatten bestätigen das - allerdings machen sie darauf aufmerksam dass so eine Reinigung sich auf verschiedene Materialien unterschiedlich auswirken kann. Wenn du eine Matte mit geschlossener Oberfläche hast ist es am unproblematischsten. PVC zum Beispiel kannst du ganz einfach mit Wasser und Seife abwaschen. Für Matten deren oberste Schicht keine geschlossenen, sondern offene Poren hat, ist das schwieriger. Ein Beispiel ist Naturkautschuk. Manche dieser Materialien können durch falsche Reinigung den Grip verlieren und damit eine ihrer wichtigsten Eigenschaften.

Wenn du in Räumen übst die du nicht für dich alleine hast ist eine Matte die so eine gründliche Reinigung gut verträgt die beste Wahl. Wenn du nicht sicher bist aus welchem Material deine Matte ist und wie sie mit deinem aktuell gestiegenen Hygienebedürfnis klar kommt, lohnt es sich das nochmal zu recherchieren. Und wenn du eine Neue kaufst, frag am Besten gleich im Fachgeschäft nach und lies dir die Anmerkungen des Herstellers genau durch.

Wichtig ist in jedem Fall: Achte darauf dass nach der Reinigung wirklich keine Seifenrückstände auf der Matte bleiben, damit du später nicht darauf ausrutschst. Und: lass die Matte unbedingt komplett trocknen bevor du die nächste Yogaeinheit einlegst.  


Extra-Duft

Du möchtest deine Matte zusätzlich mit einem tollen Duftspray frischhalten? Hier verrate ich dir meine bewährte Lieblingsmischung für wunderbaren Duft und Frische. (Bitte nicht verwenden auf Naturkautschuk.) 


Fazit

Eine saubere und gepflegte Yogamatte ist wichtig für deine Gesundheit - in Zeiten des neuartigen Coronavirus mehr denn je. Hände, Füße, unser ganzer Körper kommt beim Üben früher oder später mit dieser Unterlage in Berührung. Und nur wenn du dafür sorgen kannst, dass sie hygienisch einwandfrei ist, kannst du auch mal entspannt deinen Kopf darauf ablegen wenn es zur Übung dazugehört. Mach die Matte zu einem Ort, auf dem du dich sicher und wohl fühlst und an den du gerne jeden Tag zurückkehrst.



Quellen für diesen Text:

Auskünfte des Bundesinstituts für Risikobewertung, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, des Robert Koch-Instituts sowie der Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz 

Auskünfte der Mattenhersteller Jade, Manduka und Corkling (auch andere Hersteller wurden angefragt)

Allgemeine Hygieneinformationen des Bundesgesundheitsministeriums  

US-Studie zur Stabilität des neuartigen Coronavirus auf Oberflächen  

Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus in Hamburg  


Du suchst noch mehr Informationen über den Schutz gegen das Coronavirus? Das Robert-Koch-Institut hat eine Übersicht verlässlicher Quellen zusammengestellt


Anmerkung: Dieser Text wurde am 23.4. 2020 geschrieben und wird nicht upgedatet. Annahmen und Erkenntnisse über das neuartige Coronavirus könnten bereits überholt sein, wenn du sie liest!